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28. März 2017
Spenden als Geschenk

Wer erhält die Zuwendungsbestätigung? 

Eine Situation, die sicher vielen bekannt ist: Der Gastgeber wünscht sich als Geburtstagsgeschenk eine Spende für eine gemeinnützige Organisation. Zu Weihnachten wird eine Sesselpatenschaft im Theater oder eine Rasenpatenschaft verschenkt.

Doch wer bekommt in diesen Fällen eine Spendenbescheinigung bzw. die Zuwendungsbestätigung1 und wer trägt die Verantwortung für das Ausstellen einer korrekten Spendenbescheinigung?

Spendenabzug in der Steuererklärung

Erhält eine gemeinnützige Organisation eine Spende, kann diese die Spende in einem von der Finanzverwaltung vorgegebenen Formular als Zuwendung bescheinigen. Die Spenden sind bei einer natürlichen Person nach § 10b des Einkommensteuergesetzes und bei einer Körperschaft nach § 9 des Körperschaftsteuergesetzes abzugsfähig. Allgemein sind Spenden bis zur Höhe von 20 % des Gesamtbetrages der Einkünfte steuerlich abzugsfähig. Die zusätzliche Unternehmergrenze beträgt 4 ‰ aus der Summe der Umsätze und Lohn- und Gehaltskosten. Ein erhöhter Spendenabzug bis zu Euro 1 Mio. ist möglich, wenn eine Zuwendung in den Vermögensstock einer gemeinnützigen Stiftung erfolgt.

Voraussetzungen für den Spendenabzug

Spenden müssen immer freiwillig und ohne eine Gegenleistung erfolgen. Der Empfänger darf die Zuwendung nur für die spendenbegünstigten Zwecke entsprechend der Abgabenordnung und der jeweiligen Satzung der gemeinnützigen Organisation verwenden.

Daher können beim Kauf von Eintrittskarten für Benefizveranstaltungen keine Spendenbescheinigungen ausgestellt werden. Dies ist nur möglich, wenn ein fester Eintrittspreis festgelegt wird und die Besucher darüber hinaus noch eine weitere Zahlung leisten (spenden).

Aufwandsspenden

Zuwendungsbestätigungen für Aufwandsspenden dürfen nur ausgestellt werden, wenn die Spenderin auf Geldansprüche oder auf die Begleichung einer Rechnung verzichtet. Besteht mit ehrenamtlichen Helfern eine Vereinbarung durch Vertrag oder Satzung über die Erstattung von Fahrkosten und verzichten die ehrenamtlichen Helfer auf die Auszahlung, können sie eine Zuwendungsbestätigung erhalten. Bekommt der Kindergarten eine neue Sandlieferung für die Sandkiste und der Unternehmer verzichtet im Nachhinein auf die Bezahlung seiner Rechnung, kann auch er eine Spendenbescheinigung über den Rechnungsbetrag erhalten. Voraussetzung ist allerdings, dass die gemeinnützige Organisation bei Abschluss eines Vertrages wirtschaftlich in der Lage sein muss, die eingegangene Zahlungsverpflichtung zu erfüllen.

Ausstellen von Zuwendungsbestätigungen

Ein Spender darf grundsätzlich auf die Richtigkeit ausgestellter Zuwendungsbestätigungen vertrauen, soweit er alle Angaben ordnungsgemäß angegeben hat. Die gemeinnützige Organisation haftet dagegen für das Ausstellen einer unrichtigen Bestätigung. Die Spendenbescheinigung muss auf den Namen des Spenders, also die Person, die wirtschaftlich durch die Spende belastet wurde, ausgestellt werden. Was bedeutet das in den zu Beginn genannten Fällen: Wird für eine Sessel- oder Rasenpatenschaft gespendet und dieser symbolische Wert anschließend verschenkt, muss die Spendenbescheinigung auf den Namen der Spenderin ausgestellt werden. Wünscht sich der Gastgeber Geld und stellt zu diesem Zweck eine Geschenkbox auf, um dieses Geld anschließend zu spenden, wird die Spendenbescheinigung auf den Namen des Gastgebers ausgestellt. Überweist der Gast hingegen direkt auf das Spendenkonto einer gemeinnützigen Organisation, erhält er die Zuwendungsbestätigung.

Haftung bei unrichtiger Ausstellung einer Zuwendungsbestätigung2

Stellt die gemeinnützige Organisation eine Spendenbescheinigung mit unzutreffenden Angaben über die Zahlung, den Spender oder über die Qualifikation als Spende an sich aus, haftet der Aussteller für diese Bescheinigung. Die Ausstellerhaftung trifft grundsätzlich die gemeinnützige Organisation selbst. Die verantwortlich handelnden Personen, z. B. Vorstände, haften allerdings bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit. Die Haftungshöhe ist gesetzlich geregelt und wird pauschal mit 30 % des zugewendeten Betrages für Einkommen- oder Körperschaftsteuer angesetzt. Wurde die Zuwendung aus einem Betriebsvermögen geleistet, erhöht sich der Haftungsbetrag um weitere 15 % der Zuwendung.

Fußnoten

1. ↑ Im Folgenden bezeichnet als Zuwendungsbestätigung oder Spendenbescheinigung.
2. ↑ § 10 b Abs. 4 EStG, § 9 Abs. 3 KStG, § 9 Nr. 5 GewStG

Helga Erhorn
Diplom-Wirtschaftsjuristin (FH)
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