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13. März 2013
Jobtickets – die smarte Lösung für den Arbeitsweg

Empfehlung unserer Steuerberater

Fahrtkostenzuschüsse für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte: Job-Tickets lohnen sich!

Job-Tickets sind Fahrkarten zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, die der Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer vergünstigt bei dem Verkehrsverbund erwirbt. Die Bedingungen legt jeder Verkehrsverbund selbst fest. So ist der Erwerb oftmals an die Abnahme einer bestimmten Anzahl von Fahrkarten gebunden. Zeitgleich erhält der Arbeitgeber im Vergleich zum Erwerb einer Einzelkarte einen Rabatt. In der Vergünstigung, die der Arbeitgeber vom Verkehrsverbund erhält, liegt für den Arbeitnehmer allerdings kein Arbeitslohn vor (BMF-Schreiben vom 27.01.2004).

Werden die Fahrkarten den Arbeitnehmern vergünstigt oder unentgeltlich zur Verfügung gestellt, liegt hierin ein geldwerter Vorteil vor, der als Arbeitslohn zu versteuern ist.

Steuer- und sozialversicherungsrechtliche Behandlung

Die unentgeltliche oder verbilligte Überlassung eines Job-Tickets ist ein Sachbezug. Diese sind grundsätzlich steuer- und sozialversicherungspflichtig. Auf Sachbezüge findet allerdings die Freigrenze nach § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG in Höhe von € 44,00 Anwendung. Voraussetzung ist, dass der Vorteil zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt wird.

Beträgt der Zuschuss des Arbeitgebers zum Job-Ticket also nicht mehr als € 44,00 im Monat und erhält der Arbeitnehmer keine weiteren Sachbezüge, ist der Vorteil steuer- und sozialversicherungsfrei.

Vorsicht bei Jahresfahrkarten:

In seinem Urteil vom 14.11.2012 (VI-R-56/11) hat der Bundesfinanzhof noch einmal klargestellt: Der geldwerte Vorteil an einem Job-Ticket fließt dem Arbeitnehmer mit Ausübung des Bezugsrechtes zu, also mit Hingabe der Karte an den Arbeitnehmer. Hierbei ist es auch unerheblich, ob der Arbeitgeber das Entgelt für die Fahrkarten einmal jährlich in einer Summe oder monatlich an den Verkehrsverbund entrichtet.

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Praxis-Tipp:

Wollen Sie bei der Hingabe der Job-Tickets die monatliche € 44,00-Freigrenze nutzen, dann achten Sie darauf, dass die Fahrberechtigung monatlich überlassen wird. Einige Verkehrsverbünde haben in Zusammenarbeit mit der Finanzbehörde nach der Veröffentlichung des BFH-Urteils vom 14.11.2012 ihre Benutzungsbedingungen modifiziert und transparenter gestaltet, sodass die Fahrberechtigung auch bei Jahresfahrkarten als monatlich überlassen gilt.

Sprechen Sie mit dem für Sie zuständigen Verkehrsverbund und holen Sie gegebenenfalls eine Anrufungsauskunft bei Ihrem Betriebsstättenfinanzamt ein. Womöglich akzeptiert die Finanzbehörde die Job-Ticket-Variante des für Sie zuständigen Verkehrsverbundes als monatlichen Zufluss eines geldwerten Vorteils. Dann ist auch die € 44,00-Freigrenze anwendbar.

Pauschalversteuerung ist möglich

Kann oder soll die Freigrenze nicht angewendet werden, kann der Arbeitgeber den geldwerten Vorteil des Job-Tickets mit 15 % pauschal versteuern (§ 40 Abs. 2 Satz 2 EStG).
Hinweis: Sowohl die steuerfrei gewährten Job-Tickets mindern die in der Einkommensteuererklärung abzugsfähigen Werbungskosten (§ 9 Abs. 1 Nr. 4 Satz 5 EStG) als auch die pauschal versteuerten Beträge (§ 40 Abs. 2 Satz 3 EStG). Sie müssen daher gesondert in der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen werden.

 

Sabine Boldt
Steuerfachangestellte | Personalfachkauffrau
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