14. März 2018
Jetzt wichtig zu wissen – einige Neuregelungen ab 2018
  1. Kassen-Nachschau – unangemeldete Prüfung
  2. Nachforderungszinsen für 2013 – es bleibt bei 6%
  3. Geringwertige Wirtschaftsgüter – Anhebung der Grenze

1. Kassen-Nachschau – unangemeldete Prüfung

Überraschung: Das Finanzamt kommt neuerdings unangemeldet zur Kassenschau vorbei. Werden hierbei Mängel festgestellt, kann ohne Prüfungsanordnung eine Außenprüfung durchgeführt werden. Ausnahme hier: digitale Unterlagen befinden sich z.B. bei Ihrem Steuerberater!

Auch darf das Finanzamt im Vorfeld anonyme Testkäufe vornehmen.

Unser Rat: Halten Sie alle kassenrelevanten Unterlagen auf dem aktuellen Stand und griffbereit.

2. Nachforderungszinsen für das Jahr 2013 – es bleibt bei 6%

Trotz des gesunkenen Zinsniveaus wurde die Klage über die 6%igen (0,5 % pro Monat) Nachforderungszinsen vom BFH abgewiesen. Nach dem Urteil verstoße die Zinshöhe u.a. auch nicht gegen den Verhältnismäßigkeitsgundsatz. Die Bandbreite der Referenzwerte des Zinsniveaus 2013 habe sich zwischen 0,15 – 14,70 % bewegt.

Auch die unterschiedliche Behandlung von Sonderzahlungen von Einkünften aus einem Gewerbe gegenüber Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit wurde in diesem Verfahren vom BFH als verfassungsgemäß beurteilt. Die Unterscheidung zwischen zinszahlungspflichtigen und nicht zinszahlungspflichtigen Steuerschuldnern beruhe auf der zulässigen typisierenden Annahme, dass die zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgenden Steuerfestsetzungen zu potentiellen Zinsvor- oder -nachteilen führen können.

Es bleibt abzuwarten, ob sich für die Folgejahre eine andere Beurteilung ergeben könnte. Zur Vermeidung von hohen Nachzahlungszinsen ist auf alle Fälle eine Anpassung der Vorauszahlungen vor dem Beginn des Zinslaufes im Auge zu behalten.

3. Geringwertige Wirtschaftsgüter – Anhebung der Grenze

Die Grenze für die sofortige Abschreibung wurde angepasst. Büromöbel, Werkzeuge etc. können nun bis zu einem Wert von 800 Euro netto (952 brutto) sofort und komplett als Betriebsausgaben geltend gemacht werden.

Die Regelung betrifft alle geringwertigen Wirtschaftsgüter, die ab dem 01.01.2018 angeschafft werden.
Weiterhin zu berücksichtigen ist, welche Gegenstände als geringwertig definiert werden. Auch gelten für diese Güter ab einem Wert von über 250 Euro netto besondere Aufzeichnungspflichten.

Insgesamt aber wird jedes Unternehmen von der Anhebung der Grenze profitieren können.

Bei Fragen hierzu kontaktieren Sie uns gern!

Sina Schmidt
Bachelor of Arts (B.A.) | Steuerberaterin
sschmidt@dierkes-partner.de
Telefon +49 - (0)40 - 36156 - 141