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28. März 2017
Die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung

So können Sie Ihre Arbeitnehmer unterstützen 

Berufsunfähigkeit kann jeden treffen. Nicht nur die höher Verdienenden haben dann mit den finanziellen Einbußen zu kämpfen. Schließlich ist die gesetzliche Absicherung durch die Berufsunfähigkeitsrente lediglich minimal. Die entstehenden Versorgungslücken sind durch Ersparnisse schwer zu schließen. Finanzielle Sicherheit im Ernstfall bieten Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Die Beiträge, die zur Schließung der Versorgungslücken aufgebracht werden müssen, sind häufig recht hoch. Gerade jüngere Menschen und Arbeitnehmer mit geringem oder mittlerem Einkommen oder Arbeitnehmer in Berufen mit nur geringem Unfallrisiko verzichten daher auf den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Viele beachten dabei jedoch nicht die aktuellsten Statistiken. Berufsunfähigkeit entsteht nicht mehr überwiegend durch Unfälle, sondern durch psychische oder physische Erkrankungen.

Das können Arbeitgeber tun 

Arbeitgeber haben jedoch gute Möglichkeiten, ihren Mitarbeitern den Zugang zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu erleichtern, sie finanziell zu unterstützen und dabei auch noch Abgaben zu sparen. Unter den richtigen Voraussetzungen sind die Beiträge zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung steuer- und sozialversicherungsfrei. Denn was viele nicht wissen: Sie können auch eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung als Direktversicherung abschließen und so von den steuerrechtlichen Begünstigungen nach § 3 Nr. 63 EStG profitieren.

Das bedeutet: 

Im Rahmen der gesetzlichen Regelungen können Sie bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung, also derzeit monatlich 248,00 Euro, steuer- und sozialversicherungsfrei in einen Vertrag einzahlen. Zusätzlich können weitere 1.800,00 Euro jährlich steuerfrei, aber sozialversicherungspflichtig eingezahlt werden.

Damit diese Vergünstigungen auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Direktversicherung anwendbar sind, muss die Auszahlung der zugesagten Versorgungsleistung grundsätzlich in Form einer lebenslangen Rente oder eines Auszahlungsplans mit anschließender lebenslanger Teilkapitalverrentung erfolgen.

Das BMF hat mit Schreiben vom 01.08.2006 (IV C 5-S 2333-87/06) eindeutig klargestellt, dass auch Beiträge zu Berufsunfähigkeitsversicherungen als Direktversicherungen abgeschlossen werden können. Dabei ist es unschädlich, wenn die Renteoder der Auszahlungsplan im Hinblick auf die Versorgungsbedürftigkeit zeitlich befristet ist, die Zahlung der Rente also beispielsweise entfällt, wenn der Versicherte nicht mehr berufsunfähig ist. Ebenfalls ist es unschädlich, wenn – wie bei den meisten Verträgen üblich – die Überschussanteile der Berufsunfähigkeitsversicherung laufend mit den Beiträgen verrechnet werden. In der Auszahlungsphase sind diese Überschüsse allerdings voll zu versteuern.


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Unsere Empfehlung

Lassen Sie sich und Ihre Arbeitnehmer bezüglich einer Berufsunfähigkeitsversicherung beraten. Die Beiträge zu einer betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung sind im Rahmen eines Gruppenvertrages häufig deutlich günstiger und die dazugehörigen Gesundheitschecks entfallen oder fallen deutlich geringer aus. Durch die Behandlung als Direktversicherung sparen Sie und Ihre Arbeitnehmer die Abgaben auf die Beiträge und auch eine Entgeltumwandlung ist möglich.

Jörg Bantelmann
Steuerberater
jbantelmann@dierkes-partner.de
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